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Ausflug ins Naturreservat Trollskogen auf Öland

Eine riesige Eiche steht in einem Wald und ist von einem Zaun umgeben. Der Baum ist knorrig und hate viele Verzweigungen.
900 Jahre alt ist die "Trollseiche" auf Trollskogen. Es ist einer der ältesten Bäume Schwedens und nur eine der Attratkionen, die im Naturpark Trollskogen zum Fotografieren einladen. Foto: Kai-Uwe Ruf

Mystisches Öland: Ein Tag im   Zauberwald - Tipps für Camper

 

 

 

An manchen Orten treffen Mythen auf den Reiz einer beinahe unberührten Natur. Trollskogen, der Zauberwald an der Nordostspitze Ölands, ist ein solcher Ort. Wir sind einen Tag dort gewandert, sind tief in die Natur und die Geschichte Schwedens eingetaucht und haben attraktive Spots für Naturfotografie in Schweden entdeckt.

 

 

Das Naturreservat Trollskogen - Wandern im Zauberwald von Öland

 

 

Wer Öland mit dem Wohnmobil bereist, lernt schnell die großen Strände und die vielen Windmühlen kennen. Aber es gibt viel mehr zu entdecken. Wir überqueren die Ölandbrücke bei Kalmar und steuern mit unserem Campervan auf der 136 Richtung Norden. Erst kurz vor Byxelkrok nehmen wir die Abzweigung nach links. Dort geht es zum Trollskogen. Wir haben lange überlegt, was wir uns auf Öland ansehen wollen. Die Insel gilt als touristisches Highlight. Aber wenn man hinfährt, sollte man wissen, was genau man sehen will. Das ist unser erster Tipp. Es gibt viele Naturparks auf Öland. Man muss sich entscheiden und sich wirklich auf ein Areal einlassen. Wir haben den „Zauberwald“ gewählt, so etwa heißt Trollskogen auf Deutsch.

 

 

Die krummen Eichen und die "Trolle"

 

 

Dem Zauber des Waldes erliegen wir schnell. Vom Naturum führt ein schmaler Weg zwischen Bäumen hindurch. Und mit jedem Meter scheinen die Bäume krummer zu werden. Meist sind es Kiefern. Die starken Winde an der Ostsee haben sie offenbar in ihre eigenartigen Formen gebogen. Neben dem Weg liegen abgestorbene Äste. Auf den Rinden wachsen Flechten. Efeu wuchert. Ich kann mir gut vorstellen, wie in einer solchen Umgebung Sagen von Trollen und Feen entstehen.

 

Wir sehen leider – oder glücklicherweise – keine solchen mystischen Figuren. Statt dessen treffen wir auf eine Herde Kühe, die auf einer Wiese am Rand der großen Bucht Grankullaviken weidet. Richtung Norden kann ich einen Leuchtturm erkennen. Ich packe mein Teleobjektiv aus, aber für ein gutes Foto ist der Turm noch zu weit entfernt.

 

 

Flechten überziehen den Zweig eines Baumes.
Im Trollskogen überziehen Flechten die Bäume oft bis hin zu den kleinsten Ästen. Das sorgt für eine zauberhafte Atmosphäre. Foto: Kai-Uwe Ruf
In einem Wald steht ein Baum dessen Stamm und dessen Äste vom Wind gebogen sind.
Vom Strum gekrümmte Bäume wie dieser verleihen dem Wald in Trollskogen seinen besonderen Flair. Foto: Kai-Uwe Ruf

Mythen und Geschichte treffen aufeinander

 

 

Egal, es gibt auch in der Nähe genug zu sehen. Mythen und Geschichte treffen auf Öland häufig zusammen. Wir staunen, als wir in einer Senke Reste eines alten Brunnens entdecken. Der Überlieferung nach soll das Wasser dort heilende Kräfte haben. Im 15.Jahrhundert wurde die Senke im Krieg der Schweden gegen die Dänen genutzt, um Vorräte zu lagern, verrät uns eine Infotafel des Ökoparks Böda. Auch ein Schiff soll hier gelagert haben. Die Informationen sind leicht verständlich gestaltet: kurze Texte, informativ und auf Schwedisch, Englisch und Deutsch präsentiert.

 

Nur ein kleines Stück weiter stoßen wir auf ein paar Hügel, die aus Steinen aufgeschüttet sind. Wir stehen vor ein paar Steingräbern. Vermutlich stammen sie aus der jüngeren Eisenzeit. Laut Infotafel wurden sie noch nicht genauer untersucht.

 

 

Die Steine eines alten Brunnens liegen auf dem Gras einer Senke in einem Wald.
In einer Senke im Naturreservat Trollskogen findet man die Reste eines alten Brunnens. Foto: Kai-Uwe Ruf
In einem Wald ist ein Hügel aus Steinen errichtet worden.
Die Steingräber auf Trollskogen stammen vermutlich aus der Eisenzeit. Foto: Kai-Uwe Ruf

Wehrgänge aus dem Schwedisch-Dänischen Krieg

 

 

Die nächsten historischen Überreste sehen wir an einem Hang oberhalb von Grankullaviken. Es sind die Reste von Wehrgängen. Im Mittelalter diente die Bucht als Flottenstützpunkt für Schiffe, die auf dem Weg von Dänemark nach Gotland waren. Die Schweden und die Dänen kämpften mehrere Jahrhunderte um die Vorherrschaft in der Ostsee. Als die Dänen 1452 den Hafen erobern wollten, spielten die Wehrgänge für die verteidigenden Schweden wohl eine wichtige Rolle.Für mich ist es interessant, aber auch ein wenig befremdlich, all das zu lesen, während ich zwischen Bäumen im Halbschatten stehe, Vögel singen höre und die Natur genieße. Vor ein paar Hundert Jahren war der Alltag hier offensichtlich ganz anders – hart, anstrengend und gefährlich. Wie schön, dass im Ostseeraum heute Frieden herrscht, denke ich.

 

 

Das Wrack der Swiks

 

 

Wir gehen weiter nach Norden, dann stehen wir vor einem knorrigen alten Baum. Er ist mehrere Meter breit, ungewöhnlich massig und verzweigt. Mystik und Geschichte sind hier eine spannende Verbindung eingegangen. Der Baum ist mehr als 900 Jahre alt. Seine außergewöhnliche Form und sein enormes Alter haben ihm den Namen „Trolleiche“ eingebracht. „Für Seefahrer war er früher ein wichtiger Orientierungspunkt“, verrät eine Infotafel. In der skandinavischen Mythologie waren Trolle riesengroße Dämonen und Kobolde.

 

 

Nur ein kurzes Stück weiter stoßen wir auf ein altes Wrack. Es liegt auf einem mit Steinen bedeckten Strand, etwas erhöht, wenige Meter vom Wasser der Ostsee entfernt. Es sind die Reste eines Bootes, mit dem sich Seeleute des Schoners Swiks retteten, als ihr Schiff 1926 vor der Küste Ölands auf einer Sandbank auflief. Das Unglück geschah in einer Winternacht, ein Schneesturm fegte aus Nordost über das Meer und die Insel. Immerhin konnten sich sieben Seeleute der Swicks in Beibooten retten.

 

Die Reste des Bootswracks auf dem Strand sehen in der Sommersonne fremd aus, so, als würden sie nicht hierher gehören. Die Holzbalken sind schwarz und verkohlt. Irgendwann muss das Wrack gebrannt haben.

 

Wir bummeln weiter. Ausgangspunkt und Endpunkt der Wanderwege im Trollskogen ist das Naturum, ein großes Informationszentrum, das mit Bildern und Filmen über das Naturreservat informiert. Besonders beeindruckend: Ein Film, in dem das Leben im Wasser direkt an der Küste erklärt wird.

 

Ein Tag reicht vollkommen aus, um Trollskogen zu erkunden. Wer die Natur möglichst ungestört erleben will, sollte allerdings früh kommen. Es gibt beim Naturum riesige Parkplätze. Als wir kamen waren sie noch leer und auch auf den Wanderwegen war nichts los. Mittags sieht das anders aus. Dann muss man sich die Wege mit vielen anderen Interessierten teilen.

 

 

 

Auf einem steinigen Strand an einer Meeresküste liegt das Wrack eins Holzbootes.
Das Wrack der Swiks: Nach einem Schiffsunglück im Jahr 1926 retten sich Seeleute auf die Insel Öland. Die Überreste eines Rettungsbootes bieten ein ungewöhnliches Fotomotiv. Foto: Kai-Uwe Ruf

Ölsands Sehenswürdigkeiten

 

 

Trollskogen ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der Insel. Öland hat viel mehr zu bieten und wahrscheinlich könnte man auf der zweitgrößten schwedischen Insel seinen ganzen Urlaub verbringen. Die Insel ist 137 Kilometer lang, aber nur 16 Kilometer breit. Laut der Internetseite visitschweden.de gibt es dort 90 Naturschutzgebiete. Die schwedische Königsfamilie soll dort regelmäßig ihre Sommerferien verbringen – und zwar im Schloss Solliden. Ganz in der Nähe steht Schloss Borgholm, das oft als schönste Schlossruine Skandinaviens bezeichnet wird. So schwärmt wenigstens visitschweden.de.

 

Wir sind an Borgholm allerdings nur vorbeigefahren. Man kann die Ruine aus der Entfernung gut sehen. Das ersetzt natürlich keine Besichtigung. Aber, man muss sich eben entscheiden, wenn man unterwegs in einem Land mit so vielen Attraktionen ist, wie Schweden sie zu bieten hat. Vielleicht das nächste Mal....

 

 

Praktische Tipps für Camper

 

 

Womo-Stellplätze und Campingplätze gibt es auf Öland reichlich. Entlang der großen Straße, die von Nord nach Süd führt, findet man immer wieder Hinweisschilder. Wer einen guten Platz finden will, sollte auf den Wind achten. Auf Öland ist es oft sehr windig. Es empfiehlt sich die windabgewandte Seite der Insel zum Übernachten zu wählen. Dann wird man einen ruhigen Platz finden.

 

Wichtig: Man sollte die gängigen Park-Apps auf seinem Handy installiert haben. Auf den Stellplätzen gibt es meist nur Automaten. Dort muss man sich einbuchen. Barzahlung ist nicht möglich.

 

 

Tipps für Wanderer

 

 

Im Naturpark gibt es drei unterschiedliche Routen. Alle Wege starten am Naturum.

 

Der Trollsstigen ist nur etwa einen Kilometer lang. Er ist so gestaltet, dass er auch mit Kinderwagen und Rollatoren gut zu bewältigen ist.

 

Der mittlere Weg ist 2,7 Kilometer lang. Er führt zur Küste der Bucht Grankullaviken und durch das Zentrum Trollskogens. Auch er ist rollstuhlgerecht ausgebaut.

 

Der große Rundweg heißt Muntorpsstigen. Er ist etwa 4,5 Kilometer lang und führt Richtung Nordspitze Ölands. Man kommt am Schiffswrack der Swicks vorbei und kann auch den Leuchtturm an der Nordspitze der Insel gut sehen.

 

 

Im Meer liegt ein großer Fels. Am anderen Ende der Bucht steht, etwas hinter einem Wald verborgen, ein Leuchtturm.
Leuchttürme machen es dem Fotografen oft nicht leicht: Hier ist der Lange Erik weit weg. Ein Fels im Meer sorgt für eine ansprechende Perspektive. Foto: Kai-Uwe Ruf
Der Leuchtturm Langer Erik an der Nordspitze der Insel Öland. Vor dem Turm fliegen zwei Möwen.Dm a
Der Lange Erik mit Möwen im Vordergrund. Die Vögel geben dem sonst sehr statischen Motiv einen besonderen Reiz. Foto: Kai-Uwe Ruf

Tipps für Naturfotografen

 

 

Zum Fotografieren habe ich meist 18-55 mm-Objektiv und ein 70-300 mm Teleobjektiv verwendet. Damit kann man Entfernungen gut herausstellen und auch den Leuchtturm schön ins Szene setzen. Für Nahaufnahmen eignet sich ein leichtes, lichtstarkes 50mm Objektiv. Zudem habe ich mit dem Smartphone fotografiert.

 

 

Mehr Lesestoff für Schwedenfreunde und Naturfotografen

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Kristianopel - Kleines  Dorf mit großer Geschichte 

 

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Timmernabben - Der Schärengarten ist ein  Paradies für Vögel

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