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Das verrät ein Käfer am Oderteich über den Harz

Ein rotbrauner Käfer sitzt auf einem Blatt.
Ein Rothalsbock sitzt auf einem Blatt. Die Weibchen haben die rotbraune Färbung und schwarze Köpfe. Foto: Kai-Uwe Ruf

Dem Rothalsbock gefällt es im Nationalpark

Ein dunkelbrauner Schmetterling sitzt auf einer Blüte.
Mohrenfalter heißen diese Schmetterlinge, die es am Oderteich gibt. Foto: Kai-Uwe Ruf

Halt! Gudrun ist plötzlich stehengeblieben, schaut auf einen Busch, geht dann näher ran und zeigt auf einen Käfer, der dort auf einem Blatt sitzt. Rotbraun ist er, etwa drei Zentimeter groß mit einem schwarzen Kopf und schwarzen Fühlern.

Ein Käfer, wir kennen ihn beide nicht. Schließlich sind wir keine Biologen. Wir haben ihn auf unserem Weg um den Oderteich im Harz zwischen Oderbrück und St. Andreasberg entdeckt. Wir haben uns Zeit genommen, viel in der Natur gesehen, aber nicht alles einordnen können.

Fragen blieben:

 

Was für ein Käfer ist das?

Was hat er mit dem Nationalpark Harz zu tun?

Gibt es etwa Zusammenhänge zu dem Umwandlungsprozess, in dem sich der Wald im Nationalpark befindet?

 

Tatsächlich kann der rotbraune Käfer ein wenig Aufschluss geben. Vorausgesetzt man weiß erst einmal, was für ein Tier es ist. Den Hinweis, dass es sich um einen Rothalsbock handelt, brachte schließlich die App iNaturalist.

Und es gibt auch weitere Informationen, die Aufschlüsse auf den Zustand des Waldes im Nationalpark Harz zulassen. Zwei Jahre entwickeln sich die Larven des Rothalsbocks, erfährt man mit Verweis auf einen Wikipedia-Artikel. In dieser Zeit ernähren sie sich von totem Nadelholz, „bevorzugt von Fichten und Kiefern“. Wenn man die vielen abgestorbenen Bäume im Nationalpark in der Nähe des Oderteichs sieht, ahnt man: Den Larven des Rothalsbockes geht es dort gut.

 

Der Nationalparkt setzt auf die Dynamik der Natur

Der Wald des Nationalparks befindet sich um einem Entwicklungsprozess: vom Industriewald zum Naturwald. Rund 70 Prozent bleiben in der Zwischenzeit sich selbst überlassen, schreibt der Nationalpark auf seiner Internetseite. Ausnahmen in diesem Naturdynamikzone genannten Areal gibt es lediglich wegen der Borkenkäferbekämpfung an den Außengrenzen des Nationalparks. In anderen Teilen des Waldes liegt viel Totholz. Es bildet laut Nationalpark eine wichtige Nahrungsgrundlage für Pilze und Kleinorganismen. Mit ihnen müssen die Rothalsbock-Larven das Futter teilen. Aber es gibt ja reichlich davon.

Die umgestürzten Bäume seien wichtig für die Entwicklung hin zu einem Urwald, betont der Nationalpark.

Die Rothalsbock-Käfer selbst ernähren sich anders als die Larven. Sie verspeisen Pollen und Blütenteile. Man findet sie auf waldnahen Wiesen und Lichtungen. Sie fliegen zwischen Juni und September.

Wenn ihr also bald mal im Nationalpark oder am Oderteich unterwegs seid, haltet Ausschau – vielleicht könnt ihr einen Rothalsbock entdecken. Leuchtend rotbraun mit schwarzem Kopf sind übrigens nur die Weibchen. Die Männchen haben ockergelbe Flügeldecken und die Panzerung am Hals ist ganz oder teilweise schwarz. Sie sind kleiner als die Weibchen. 

 

 Und auch ein zweites Rätsel können wir lösen: Das um einen Schmetterling.

Mit Hilfe der App identifizierten wir auch einen uns zuvor unbekannten Schmetterling, den wir am Oderteich gesehen haben. Es handelt sich um den Mohrenfalter. Dunkle Flügeloberseiten hat er und auffällige gelbe Flecken an den Flügelrändern. Mohrenfalter können gut in trockenen, feuchten und kalten Regionen existieren. Sie leben gerne in Mittelgebirgen und auch in den Alpen. Am Oderteich sahen wird den Falter auf Blüten am Wegrand.

Viele abgestorbene Bäume stehen am Ufer eines Teiches.
Viele abgestorbene Bäume sieht man am Oderteich im Harz. Foto: Kai-Uwe Ruf
Der Oderteich im Harz mit blauem Wasser und einem bewaldeten Ufer.
Der Oderteich im Harz. Foto: Kai-Uwe Ruf


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Einen weiteren Text zum Oderteich auf dieser Website finden Sie hier. 

 Informationen zur Entwicklung des Waldes im Nationalpark gibt es auf der Seite des Nationalparks Harz.

 

Hinweis: Von iNaturalist bekomme ich keinerlei Zuwendungen.

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