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An den Bodenseiner Klippen

Eine Frau wandert zwischen großen Felsblöcken hinduch. Der Weg ist schmal und steil. Oben am Hang stehen mehrere Bäume.
Schmale Wege führen zwischen den großen Felseformationen der Bodensteiner Klippen hindurch. Foto Kai-Uwe Ruf

 

Wer gerne wandert, für den sind die Bodensteiner Klippen im nördlichen Harzvorland zwischen Salzgitter, Goslar und Wolfenbüttel ein guter Tipp. Warum der Ausflug für Kinder und Erwachsene interessant ist und was die Tour mit Dinosauriern zu tun hat, lest Ihr hier.

 

Unterwegs zwischen Felsen aus der Zeit der Dinosaurier

Ein großer Felsbrocken steht in einem Wald. Er ist von Mosse und Felchten bewachsen.
Wind und Wetter haben die Sandsteinfelsen in den Hainbergen geformt. Foto: Kai-Uwe Ruf

Das letzte Stück ist richtig steil. Aber ich will ganz nach oben und den großen Felsen anfassen. Er ist aus Hilssandstein. Das Material ist rund 110 Millionen Jahre alt.

 Ein paar Meter sind es noch. Oben zwischen den Steinen ist eine Familie unterwegs. “Hier Pappa, hier ist eine Treppe”, höre ich einen Jungen rufen, und dann kommen schon zwei Kinder zwischen den Felsbrocken hindurch herabgeklettert. Etwas gemächlicher folgen Vater und Mutter.

 Wir sind an der Sofaklippe, einer Gesteinsformation der Bodesteiner Klippen. Die Klippen sind die Attraktionen der Hainberge, einem Höhenzug zwischen Salzgitter-Sehlde und den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel.

 Ganz ruhig ist es hier nicht, wenn man an einem schönen Wochenende unterwegs ist. Dafür ist das Ausflugsgebiet bei Wanderern zu beliebt, aber der Betrieb ist nichts im Vergleich zu dem Spektakel, das hier geherrscht haben muss, als die Hainberge in der Kreidezeit entstanden sind. Auf der ganzen Erde waren damals gewaltige Veränderungen in Gange. Die Oberfläche, so wie wir sie kennen, war noch im Entstehen. Australien und die Antarktis drifteten auseinander. Vulkane brodelten. Und auch im Salzgitterschen ging es mächtig durcheinander. Riesige Salzstrukturen wurden nach oben gedrückt. So entstanden auch die Hainberge.

Kühl fühlt sich der Sandstein jetzt an. An manchen Stellen ist er von Moos bewachsen

Es war tropisch warm. Dinosaurier lebten in der Region. Die Gegend war das Delta eines Flusses, der Sand ablagerte, aus dem schließlich der Hilssandstein wurde.

Das Material, das besonders hart ist, hielt Wind und Wetter besser stand, als der Rest außen herum, und so formten sich schließlich die Strukturen heraus, die nun als Bodensteiner Klippen bekannt sind.

Also doch mal anfassen - so viele Millionen Jahre nach den Sauriern! Kühl fühlt sich der Sandstein jetzt an, trocken, dort, wo er in der Sonne liegt und ein wenig feucht, dort, wo er im Schatten steht. An manchen Stellen ist er von Flechten und Moos bewachsen.

Ein großer Felst steht im Wald. Er hat die Form eines Sofas. Daher wird er Sofaklippe genannt.
Wie ein Sofa geformt ist dieser Fels - daher der Name, dem ihm der Volksmund gegeben hat: Sofaklippe. Foto: Kai-Uwe Ruf

Einige der Formationen oben in den Hainbergen haben vom Volksmund Namen bekommen. Es gibt die Geroldsklippe und die Sofaklippe, deren Form an ein überdimensionales Sofa erinnert und zeigt: Trotz der dramatischen Vergangenheit geht es heute eher gemütlich zu in den Hainbergen.

 

Der spektakulärste Teil des Weges kommt, wenn man weiter Richtung Bodenstein wandert. Unser Weg führt zwischen zwei großen Felsbrocken steil hinab. Umgestürzte Bäume liegen neben dem schmalen Pfad.

 

Der richtige Ort für eine Pause. Wir setzen uns zum Picknick auf einen Holzstamm, betrachten die Felsformationen und staunen, wie sich dort Bäume und Büsche mit ihren Wurzeln festgekrallt haben.

 

Danach geht es wieder zurück. Die Wanderung ist nicht allzu lang. Ein ausgeschilderter Rundweg ist mit etwa acht Kilometern angegeben. Starten kann man von Bodenstein aus oder vom Jägerhaus bei Sehlde. Von dort aus haben wir uns aufgemacht. Es gibt eine Ausschilderung und Markierungen, aber wir sind trotzdem vom Weg abgekommen. Schlimm ist das aber nicht. Es gibt reichlich Pfade, die man gehen kann, um zum Ziel zu kommen.

Auf einer Klippe steht das Jägerhaus

Ein wenig Aufmerksamkeit sollte man auch auf das Jägerhaus richten. Die Traditionsgaststätte stammt aus dem frühen 19.Jahrhundert. Ursprünglich soll es nur ein kleines Gasthaus auf einer Klippe oberhalb einer Grotte - der Hubertusgrotte - gewesen sein. Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert gab es mehrere Anbauten. So berichtet es die ausführliche Homepage des Jägerhauses. Derzeit wird der Gebäudekomplex aufwendig renoviert. Die Arbeiten sollen Mitte 2021 abgeschlossen sein. Bis dahin muss man sich für eine Pause selbst helfen. Sitzgelegenheiten findet man auf Baumstämmen, direkt am Rand des großen Parkplatzes. Beim Picknick hat man dann Gelegenheit, noch einmal an die Klippen im Wald zu denken und in der Fantasie das Flussdelta mit den Sauriern aufleben zu lassen.


Mehr über die Klippen, die Kreidezeit und die Saurier

Über die Geschichte der Bodensteiner Klippen informiert unter anderem der Geopark Braunschweiger Land.

Über die Kreidezeit in Niedersachsen kann man mehr beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie erfahren.

 

Zwischen Felsen und umgestürzten Bäumen führt ein Weg durch einen Waldins Tal.
Schroffe Felsen und umgestürzte Bäume sorgen bei den Bodensteiner Klippen für Abwechslung. Foto: Kai-Uwe Ruf
Ein umgestürzter Baum liegt zwischen zwei Felsen im Wald. Der Blick geht in ein Tal hinunter. Dort stehen Bäume.
Tief ins Tal geht der Blick von den Felsen an den Bodensteiner Klippen. Foto: Kai-Uwe Ruf

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Kommentare: 1
  • #1

    J.E. (Montag, 03 Mai 2021 08:11)

    ..und schon ist es wieder passiert.
    Jetzt muss ich auch dort hin. Sehr schön zu lesen, danke.