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Schwalben im Flug fotografieren und dabei entschleunigen

Bei Rauchschwalben sind Tempo und Ruhe gefragt

 

Ich habe die Schwalben gleich an unserem ersten Tag in Beerze in den Niederlanden gesehen. Wir sind mit unserem Camper dort für ein paar Tage auf dem Campingplatz untergekommen. Die Schwalben fliegen direkt am Campingplatz im Tiefflug über die Vechte. Prima, denke ich, du musst eigentlich nur noch eine ruhige Stelle finden, dann kannst du ein paar schöne Fotos machen.

Aber ganz so leicht ist es nicht. Am Campingplatz gibt es keine wirklich ruhigen Stellen. Immer sind ein paar Menschen unterwegs, und direkt an der Vechte sind die Stellplätze besonders beliebt. Dort ist fast immer etwas los. Zum Fotografieren ist dieser Spot also nicht geeignet.

Ich weiche daher an den Rand einer großen Wiese außerhalb des Platzes aus. Dort gibt es ein Wasserloch und dort kommen auch Schwalben vorbei. Nicht so viele wie am Fluss, aber immerhin genug, um mir Hoffnung auf ein paar Fotos zu machen.

Ich suche mir eine Stelle nahe am Zaun und lege mich ins Gras - mit der Kamera in der Hand und dem großen Teleobjektiv.

Und dann passiert erst mal eine Zeit lang nichts, oder fast nichts. Für die Schwalben muss man Geduld haben.  Erst wenn sie überzeugt sind, dass man ein Teil der friedlichen Szenerie ist, fliegen sie wieder zum Wasserloch.

Ist das langweilig? Vielleicht schon, vielleicht aber auch nicht. Ich jedenfalls komme dabei wirklich zur Ruhe. Das ist etwas, das ich beim Fotografieren in der Natur wirklich schätzen gelernt habe.

Dann fliegen die Schwalben wieder ein. Sie sind so schnell, dass ich zunächst gar keine Chance bekomme, sie auch nur durch mein Objektiv zu sehen. Im Tiefflug sausen sie übers Wasser. Schwalben werden bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell. 

Genaues Beobachten hilft. Mit der Zeit finde ich heraus, dass eine Schwalbe immer wieder an einer bestimmten Stelle des gegenüber liegenden Ufers verschwindet und kurz darauf dort auch wieder auftaucht. Darauf konzentriere ich mich, ich wechsle meine Position ein wenig, und dann passt alles für ein Foto. FÜR EIN FOTO!  Von dem ganzen Vormittag am Wasserloch nehme ich nur ein einziges scharfes Schwalbenfoto mit nach Hause. Und trotzdem bin ich glücklich und zufrieden.

 

Und es gibt ja noch mehr ....

  

Unerwartet sehe ich eine Weihe über dem Waldrand

Ein Rohrweihe kreist über einem Baum.
Eine Rohrweihe kreist über dem Rand eines Waldes bei Beerze in den Niederlanden. Foto: Kai-Uwe Ruf

Während ich auf die Schwalben warte, geschieht zwischen Wiese und Wald am Rand des Campingplatzes allerhand. Für mich ganz unerwartet steigt plötzlich eine Rohrweihe über dem Rand eines Waldes auf. Hätte ich den Fotoausflug besser vorbereitet, hätte ich schon gewusst, dass die Weihe oft am späten Vormittag vorbei kommt und über dem Wald kreist. So half mir das Glück, den großen Vogel vor die Linse zu bekommen.

 

 Am Ende ist es für mich keine Frage der Ausbeute. Nach ein paar Stunden Fotografieren in der Natur, fühle ich mich komplett entspannt, egal, wie viele Bilder ich mit nach Hause bringe. Quantität spielt dabei keine Rolle. Es geht vielmehr darum, sich auf etwas einzulassen, die Natur wahrzunehmen und dabei zu sich selbst zu kommen. Selbst wenn der Chip in der Kamera ganz leer bliebe, wäre es dann eine tolle Zeit gewesen.     

Weiße Blumen stehtn am Rand eines kleinen Teichs.
Auch Blumen sind ein schönes Fotomotiv während man auf Vögel wartet. Foto: Kai-Uwe Ruf
Eine weiße Blume im hohen Gras.
Auch kleine Details machen Freude: Eine Blume im Gras. Foto: Kai-Uwe Ruf,


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Mehr über das Vechttal in der niederländischen Region Overijssel, in der diese Fotogeschichte entstand, erzählt diese Reportage:  Auf dem Fietsen-Netzwerk durch Vechttal

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