Mit Einzelstarts zurück zum Wettkampf-Feeling

Der Laufclub Blueliner und der MTV Wolfenbüttel organisieren die erste Laufveranstaltung in Niedersachsen nach dem Corona-Lockdown

 

Wolfenbüttel 12.07.2020. „Drei, zwei, eins“, zählt Sebastian Himburg die Zeit herunter und gibt den Start frei für die erste Laufveranstaltung in Niedersachsen nach dem Corona-Lockdown. Der Laufclub Blueliner und der MTV Wolfenbüttel haben den Wettbewerb gemeinsam organisiert. Einiges ist anders als gewohnt. Es gibt zahlreiche Auflagen, strenge Abstandregeln gelten und Hygienevorschriften müssen eingehalten werden.

 

Für den Neustart haben die Veranstalter zunächst ein kleines Starterfeld zugelassen. Nur 46 Startplätze haben sie vergeben, 45 Läufer treten am Sonntagmorgen an, 36 gehen über die Hauptstrecke  Zehn-Kilometer an den Start, neun laufen die Fünf-Kilometer. Mit dabei sind auch Teilnehmer einer Anfänger-Laufgruppe der Blueliner.

 

Es gibt Einzelstarts. Als Himburg bei „Null“ ankommt, rast zunächst Dominik Schrader los. Der Wolfenbütteler vom LC Blueliner hatte sich mit der schnellsten Zeit angemeldet. 15 Sekunden später folgen Tim-Niklas Schwippel und David Brecht, die beiden dürfen zusammen starten, weil sie in einem Haushalt leben. Danach geht es im 15 Sekundentakt weiter. Die Veranstalter haben entlang des Startbereichs alle zwei Meter ein kleines Schild aufgestellt. An jedem Schild wartet ein Läufer, bis er weiter Richtung Startlinie vorrücken kann. Ungewohnt ist das, weil sich diesmal an der Startlinie keine Läuferschar dicht an dicht drängelt und um die beste Position rangelt. Aber erst diese ungewohnte Form machte die Veranstaltung möglich.

 

Es galt Auflagen von Stadt, Gesundheitsamt und Leichtathletikverband einzuhalten. „Wir mussten ein Hygiene- und ein Veranstaltungskonzept einreichen“, berichtet Blueliner-Vorstand und Mitorganisator Matthias Wilshusen. Mit Stadtverwaltung und Gesundheitsamt habe er vorbereitende Gespräche geführt.

 

Nachdem Laufveranstaltungen wieder erlaubt waren, stellten die beiden Vereine die Veranstaltung in weniger als drei Wochen auf die Beine. Für die Strecke können die Organisatoren auf Bewährtes zurückgreifen. Die Wolfenbütteler bieten exakt vermessene Distanzen an. Sie nutzen die Infrastruktur ihres Stadtgrabenlaufs, der gewöhnlich am ersten Mai stattfindet und dieses Jahr ebenfalls Corona zum Opfer fiel.

 

Für die Sportler ist es eine Art Befreiung, seit Monaten endlich wieder bei einem echten Wettkampf laufen zu können. Auch Dominik Schrader ist euphorisch: „Heute ist das schon ein Highlight. Das Feeling ist toll, die ganze Atmosphäre stimmt“. Unterwegs muss er alles geben. Das Einzelstart-Format verlangt vollen Einsatz, schließlich hat man keinen direkten Kontakt zum Konkurrenten. Für Schrader reicht es ganz knapp, er gewinnt in 33:05 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung vor Tim Niklas Schwippel  (LG Braunschweig).

 

Bei den Frauen dominiert die 21 jährige Kari Nölken (LG Braunschweig) in 37:03 Minuten vor Miriam Paurat (MTV Jahn Schladen) in 38:13 Minuten.

 

„Sehr gut organisiert war der Lauf-Wettbewerb und man brauchte nie Angst zu haben sich infizieren zu können“, lobt Andreas Ull vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband die Veranstalter vor Ort. Jetzt hofft der Landesverband natürlich auf weitere Veranstalter in Niedersachsen, die sich die Durchführung einer Laufveranstaltung trotz den Corona-Einschränkungen in den nächsten Monaten zumuten.

 

Autor (Urform): Kai-Uwe Ruf

 

Autor (ergänzt): Andreas Ull

 



 

Quelle: Homepage Niedersächsischer Leichtathletikverband , 14. Juli 2020